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ZURUECK ZUM HAUPTMENUE

--- News und Berichte ---

 

Nr.IV: AFRIKA SUED

17.09.2007 (Aequator) bis 09.01.2008 (Kapstadt)

 

14.01.2008, Perth (Australien): Wir...

 

   

 

  

 


24.12.2007, Kap L'Agulhas - der suedlichste Punkt in Afrika (Suedafrika): Nach ein paar erholsamen Tagen in Windhoek rollen wir weiter in Richtung Sueden. Es ist fuerchterlich heiss, trocken und die  Distanzen zwischen den Versorgungs- und Uebernachtungsmoeglichkeiten werden extrem lang. 150 Kilometer an einem  Stueck zu fahren steht an der Tagesordnung. Rueckenwind begleitet uns durch die flachwellige Huegellandschaft und blaest uns ueber den suedlichen Wendekreis.  Die hoeheren Straecher und Buesche verabschieden sich und trockene, holzige Grasbueschel sind das einzige, was hier noch "waechst". Trotzdem gibt es Landwirtschaft. Wie im ganzen Land faehrt man Tag um Tag an endlosen Zaeunen entlang - wild Campen ist fast ein Ding der Unmoeglichkeit. War es weiter im Norden die Rinderzucht, so ist es hier im Sueden die Schafzucht, die das Land in umzaeunte Grossparzellen teilt - fuer nur ein Schaf benoetigt man 11 ha - rentabel wir es ab 300 Schafen! Hier in der Mitte des Nichts fahren wir unsere lÁängste Etappe der bisherigen Reise: 216,24 Kilometer (siehe Superlative). Zur "Belohnung" erreichen wir abends eine Besonderheit: wir zelten zwischen Granitbloecken und Koecherbaeumen.  In Richtung suedafrikanische Grenze wird es landschaftlich abwechslungsreicher. Granitruecken und -bloecke praegen das Bild. Wir uebernachten am Ufer des Oranje, dem Grenzfluss zwischen Namibia und Suedafrika - eine gruene Oase im staubig-trockenen  Rundherum. Am darauffolgenden Tag ueberqueren wir den Fluss und befinden uns bereits im letzten afrikanischen Staat unserer Reise. Nach wie vor liegen kaum Orte auf den ersten paar hundert Kilometern, trotzdem aendert sich fuer uns einiges. Massive, steile, lange Anstiege und die Strasse windet sich durch das Huegel- und Berggewirr. Permanent fegt uns der Wind aus suedlicher Richtung entgegen, bremst uns im Bergab auf 14 km/h und im Flachen auf 8 km/h herunter. Das Fahren wird zum Kampf und die gewohnten 150 Kilometer, die wir im flachen Namibia bereits am fruehen Nachmittag in den Beinen hatten, zu einer utopischen Zahl.  Die Landschaft ist jedoch spannend und abwechslungsreich. Berge, kleine Taeler (die wir immer nur queren), verschiedene Gesteine und Verwitterungsformen. Auch die Vegetation hat sich drastisch geaendert. Das steppenhafte Grasland ist einem bunten Teppich aus Sukkulenten mit dicken Blaettern und matt-gruenen, niedrigen Bueschen gewichen. Die Sommer sind hier heiss und trocken, trotzdem erleben wir zu unserem Erstauen zwei Regentage, an denen heftige Gewitter ueber uns nieder gehen. Aus den Autos werden Daumen herausgehalten, es wird gewunken und manchmal sogar angehalten, um uns anzubieten, uns in den naechsten Ort zu fahren - das muessen wir leider ablehnen :-) Wo auch immer wir halten sind die Menschen freundlich und interessiert. Wir uebernachten in einem Dorf bei einer Umweltschuetzer- und Kuenstlerfamilie, die uns zu sich einlaedt und bleiben einen Tag spaeter in Vansrhyndorp stecken, da der Wind so heftig aus Sueden blaest, dass man nicht dagegen radeln kann. Die naechsten Tage geht es vom Wind her besser, dafuer gibt es immer mehr LKWs auf der viel zu schmalen Strasse ohne Seitenstreifen. Kommen sich zwei Lastwagen entgegen wird es eng - kein Platz fuer Pedalritter. Die Strasse windet sich sehr unuebersichtlich um Huegel und Berge - es ist einer der gefaehrlichsten Abschnitte der Reise. Ploetzlich wird es  immer gruener. Riesige Wein- u. Obstplantagen, Kuerbisfelder, Baeume und Wiesen. Dann zweigen wir endlich von der Hauptstrasse ab und fahren auf kleinen Strassen mit wenig Verkehr durch fruchtbare Taeler durch das suedafrikanische Weinland. Alpine Landschaften - ja, richtige Berge!!!, schoene Zeltplaetze, gute Weine. Suedafrika ist ein seltsames Land. Das oeffentliche Leben ist weiss. Riesige Farmen mit weissen Besitzern, grosse Autos mit denen (fast ausschliesslich) nur weisse fahren, Campingplaetze und Backpackers in denen dich die weissen Besitzer begruessen... Schwarz sind (jetzt mal simpel ausgedrueckt) die Kassierdame, der Tankwart, die Putzfrau und die Typen, die vor den Alkoholgeschaeften und Supermaerkten herumhaengen. Die Orte sind pico-bello gepflegt und weiss dominiert. Rundum Townships: Siedlungen aus kleinen, huettenartigen Haeuschen, Muell und keine Autos.  Hier ist irgendetwas komplett verkehrt. Ein Traktor stoppt. Ein alter, netter Herr klettert herunter und schenkt uns leckere Pfirsiche. Zur Verabschiedung gibt er uns noch eine Warnung mir auf den Weg: "Nehmt euch vor den Leuten in acht!" Wir schauen verdutzt. "Die mit den dicken Lippen und den Lockenkoepfen. Die sind schlecht!" Dann knattert er davon und laesst uns in unsere Staunen zurueck. Manchmal glaubt man hier wirklich man hoert nicht richtig - was da so von manchen (duennen) Lippen kommt ist haarstraeubend rassistisch. Wir kommen (trotz viel Gegen-und Seitenwind) schnell voran und aus den Bergen heraus ins huegelige Vorland im Sueden. Wir haben geplant Bruno, mir dem wir einen Monat lang gemeinsam geradelt sind (siehe getroffene Radler), am Kap L'Agulhas - dem suedlichsten Punkt Afrikas, der ueber eine Strasse erreichbar ist - wieder zu sehen und gemeinsam Weihnachten zu feiern. In Bredasdorp, einem kleinen Ort etwa 45 Kilometer vor dem Kap steigen wir bei einem Campingplatz ab. An einem Baum lehnt ein Rad. Bruno ist hier! Wir treffen uns also einen Tag frueher als geplant und strampeln am 23.12. die letzten Kilometer zum Kap L'Agulhas gemeinsam gegen den muskelquaelenden Gegenwind. Mittags stehen wir am Kap und blicken Richtung Antarktis!! Ein tolles Gefuehl! Peitschender Wind und aufgewuehltes Meer - berauschende Stimmung! Wir haben insgesamt 22.745 Kilometer vom  Anfang der Strasse in Norwegen (am Nordkap) bis zum  Ende der Strasse in Suedafrika (am Kap L'Agulhas) zurueckgelegt! Zeit fuer ein bisschen Erholung: wir werden heute verschwitzt und mit staubigen Raedern beim besten Hotel am Platz vorfahren und uns da 2 Naechte goennen, dank einem Hochzeitsgeschenkgutschein von Eva (Zeichnung von Alexander Zernin)! Weihnachten werden wir gemeinsam mit Bruno am Kap verbringen, und dann gemuetlich nach Kapstadt rollen, von wo aus wir weiter nach Perth fliegen. 2008 wird das Australienjahr!